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Spielen historisch und praktisch

„Wieso fahren die Ethikschülerinnen und -schüler der 5. Klassen denn ins Spielzeugmuseum?“ – Dass „Spielen“ ein Lehrplanbereich im Ethikunterricht der 5. Klassen ist, überrascht zunächst. Dabei hat Spielen doch viele ethische Komponenten: Fairness, Regeln, Ehrlichkeit, Regulation von Emotionen, Gemeinschaft. So lag ein Besuch im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg durchaus nahe, zu dem beide Ethikgruppen der 5. Klassen zusammen mit Fr. Grüning und Hr. Seifert am 5. Juni aufbrachen.

In einer Führung im Museum führte Museumspädagogin Dr. Kruse in die Geschichte des Spielens ein und zeigte an den Exponaten interkulturelle oder geschlechtsspezifische Unterschiede der Zielgruppen auf. Sie erzählte über inklusives Spielzeug, das für Therapiezwecke von einer Sonneberger Künstlerin entwickelt wurde, die sog. „Rupfentiere“, und problematisierte auch die historischen Darstellungen von Menschen nicht-europäischer Herkunft in Spielzeugen, z.B. bei Puppen.

Zum Spielen gehört jedoch nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis. Draußen und drinnen konnten verschiedene Spiele ausprobiert werden: Mal ging es darum, allein Spaß zu haben (z.B. beim Seifenblasenmachen); mal ums Gewinnen (z.B. beim Dosenwerfen); mal darum, gemeinsam ein Problem zu lösen (beim „Nagel-Trick“). Auch ein dank Zufall besonders faires Spiel konnte erprobt werden. Allen Spielen war gemein, dass sie zunächst recht einfach waren – war jedoch der Ehrgeiz erst einmal geweckt, gab es kein Halten mehr. So schloss sich der Kreis zur Theorie: Als Homo ludens macht Lernen doch gleich noch ein bisschen mehr Spaß.