Schullandheim der Klasse 6b: Das Ernes grüßt aus der Fränkischen Schweiz

Montag früh um 8.30 Uhr machten sich 25 junge Ernestinerinnen und Ernestiner auf, um das im letzten Schuljahr ausgefallene Schullandheim nachzuholen. Ziel der Klasse 6b war die Jugendherberge in Pottenstein. Zu der guten Laune während der Busfahrt gesellte sich frühzeitig das zerklüftete sowie imposante Panorama der steilen Felswände, welche weite Teile der Fränkischen Schweiz säumen. Während oben blauer Himmel einlud, schlängelte sich im Tal die Wiesent, welche sich, umrahmt von malerischen Burgruine, ihren Weg durch die saftig grüne Landschaft bahnte.

Gute Laune während der Busfahrt

In der Unterkunft angekommen stärkten sich die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse, nachdem das Gelände provisorisch erkundet und die Zimmer bezogen waren (anfangs verlief auch das Beziehen der Betten provisorisch, letztendlich unterstützen sich die Kinder aber extrem hilfsbereit untereinander, sodass auch das letzte Lacken sein Ziel fand), mit einem ausgiebigen Mittagessen.

Sodann ging es zu dem historischen Ortskern von Pottenstein, der auf eigene Faust mittels Stadtrallye erkundet werden sollte. Diesen Ausflug gipfelte im wahrsten Sinne des Wortes der gemeinsame Aufstieg zur Burg hoch und noch weiter hinauf zur sogenannten Himmelsleiter (ein Aussichtsturm, der sich auf dem ohnehin hoch gelegenen Gelände nochmals über 40 Meter in die Höhe erstreckt). Am Ende des Tages sollten die Kinder ca. stolze 16 Kilometer (inkl. einiger Höhenmeter!) zurückgelegt haben.

Doch der Tag war noch nicht vorbei. Nach dem Abendessen ging es nochmals in die Innenstadt, um sich vom hiesigen „Totengräber“ (Gruselführung) nicht nur markante Orte, sondern auch Sagen und Legenden vergangener Tage lebhaft schildern zu lassen. Dieser gestaltete diese Stunde so authentisch und gestenreich, dass die aufgeweckten und aktiven Kinder still wurden und an den Lippen des Ortskundigen hangen. Zur Abrundung des rundum gelungenen Tages wurde noch ein Abstecher in die nahegelegene Märchenhöhle vollzogen, sodass es in phantastisch anmutender Atmosphäre die Gute-Nacht-Geschichten zu hören gab. So endete der erste Tag voller Aktivität und Erlebnisse für die Ernestiner und Ernestinerinnen, die müde und zufrieden in ihre Betten fielen.

Dienstag

Der Dienstag des Schullandheims stand unter dem Motto Spiel – Sport – Kultur. So wurde aufgrund der klammen Temperatur am Vormittag der (Indoor-)Spielenachmittag vorgezogen. Gruppenaktivierende und motivierende Spiele, die obendrein dem Bewegungsdrang der Schüler gerecht wurden, standen auf dem Fahrplan – inklusive einiger Lacher und komischer Figuren, die es zu bilden galt. Alsdann teilten sich die Schülerinnen und Schüler auf Spieltische auf und gingen ihren jeweiligen Interessen nach (Siedler von Catan, Vier gewinnt, UNO, Level 8, Emoji-MauMau).

Mittags stand der Besuch des Fränkischen Schweiz Museums samt kleiner Querfeldein-Wanderung nach Tüchersfeld auf dem Programm. Die mittels Museumsrallye eigenständige Erkundung des Museums wurde von einem lebhaft dargebotenen Vortrag des hiesigen Museumspädagogen über die Steinzeit und die Menschen von damals eingerahmt.

Bevor es nach dem Abend essen wieder ans gemeinsame Spielen im Gruppenraum ging, bei dem die Kinder vor allem beim Spiel Werwolf in unterschiedliche Rollen schlüpfen mussten, absolvierte die gesamte Klasse noch ein Fußballspiel auf dem Platz der Jugendherberge, um sich noch vollends auszupowern und gemeinsam aktiv zu sein.

Mittwoch

Halbzeit in Pottenstein! Der Mittwoch stand unter einem erlebnispädagogischen Stern. So galt es drei große Herausforderungen zu meistern. Die erste bestand darin, den hauseigenen Klettergarten und die Boulderhalle zu meistern. Dabei stand nicht nur das Wagnis und die Herausforderung der eignenen Grenzen im Mittelpunkt, sondern vor allem auch, das Sich-Verlassen auf den Teampartner. Denn die Schülerinnen und Schüler mussten sich beim Klettern (dennoch unter Aufsicht!) gegenseitig sichern und später auch ablassen, sich somit also “in die Hände” des Partners begeben. Auch das Bewältigen der Boulderwand konnte nur mit Hilfe der Unterstützung des Klassenverbunds gelingen, sodass das Team und die Zusammenarbeit im Vordergrund stand.

Danach sollte nicht das Wagnis im Mittelpunkt stehen, sondern genau andere Eigenschaften. Beim Bogenschießen kommt es nämlich vor allem darauf an, konzentriert zu bleiben und auf den Punkt im Fokus zu sein. Nach der Sicherheitseinführung durften die jungen Ernestinerinnen und Ernestiner ihre Zielgenauigkeit auf Zielscheiben, welche immer weiter weggestellt wurden, testen. Anfangs jeder für sich, zuletzt wieder gemeinsam, denn es galt kreative und abwechslungsreiche Teamwettbewerbe zu absolvieren, bei denen jeder Schütze und jede Schützin einen Beitrag für den Gruppenerfolg leisten konnten.

Abgerundet wurde der ereignis- und erlebnisreiche Tag durch einen Nachtparcour. Zu zweit oder zu dritt durften die Kinder ein finsteres Waldstück erkunden – ganz ohne Taschenlampe und nur anhand einer gespannten Schnur, die in der Düsternis Orientierung zeigte. So gab es zum Abschluss noch ein wenig Spannung für die Kinder, die am späten Abend nicht lange brauchten, um einzuschlafen.

Donnerstag

Am letzten Tag gab es nochmal zwei Highlights der berühmten Region um Pottenstein. Nach einer entspannten Wanderung, welche durch monumentale Steinformationen und vorbei an glitzernden Gewässern ging, wurde das erste Ziel erreicht: Die Teufelshöhle. Mit einer Länge von über einem Kilometer und dem größten Höhleneingangsbereich in ganz Europa ein einmaliges Naturschauspiel. Der Besuch wechselte sich zwischen einer kurzweiligen Führung und dem eigenständigen Erkunden der Höhle ab, sodass Spaß und Information geschickt verbunden wurden. Nachdem sich die Kinder fasziniert durch die engen Zwischenpassagen, welche immer wieder große Höhlenräume miteinander verbanden, bahnten, erreichten sie nach einer guten Dreiviertelstunde wieder das Tageslicht.

Nach einer kurzen Kräftigung ging es sodann zur nahegelegenen Sommerrodelbahn und dem angeschlossenen Skywalk. Der Enge der Höhle tief im Innern der Erde stand somit die Höhe des freien Himmels samt rasanter Abfahrten entgegen, sodass für eine gute Mischung aus Anspannung und Entspannung gesorgt gewesen ist. Vier bis acht Abfahrten später ging es zurück in die Herberge, in der noch das Tischtennisturnier absolviert werden wollte.

Nach einer Stärkung in Form des Abendessens stand noch der Abschlussabend auf dem Programm. Bei einem knisternden Lagerfeuer saßen die Kinder und Lehrer zusammen und grillten sich Stockbrot und Marshmallows. Das Vorlesen von Geschichten, das gemeinsame Singen von Liedern und eine Runde Werwolf  in der Nacht am Feuer rundeten eine vollends gelungene Woche gebührend ab.

 

 

 

September 28, 2021