An Schlaf war kaum zu denken! Auch wenn es in aller Herrgottsfrüh mit dem Bus Richtung Österreich ging, herrschte in erster Linie Aufregung und Vorfreude bei den 85 jungen Ernestinerinnen und Ernestinern der 7.Klassen, sodass es schwer fiel, sich nochmal auszuruhen, auch wenn man fünf Tagen voller Bewegung, frischer Luft, Gemeinschaft und ganz vieler neuer Erfahrungen entgegen blickte. Denn wer behauptet, dass ein Skikurs in erster Linie dazu diene, Schülerinnen und Schülern das Skifahren beizubringen, der geht zwar nicht komplett irr, jedoch greift diese Perspektive viel zu kurz. Denn neben dem Erwerb der Kompetenz des Skifahrens und aller motorischer sowie kognitiver, aber auch emotionaler Kompetenzen (es ist eben gar nicht mehr so selbstverständlich, wieder aufzustehenn und weiterzumachen, nachdem man hingefallen ist, beim Skifahren aber eben schon) machen die Kinder weitere Erfahrungen: Selbswirksamkeit, soziales Miteinander, Verlässlichkeit und Eigenständigkeit sowie ein erweiterter Blick auf die Natur gehören zum Portfolio an Eindrücken und Wahrnehmungen – fernab der Eltern oder gewohnter Strukturen wohl gemerkt.

So bot das Rahmenprogramm eben nicht nur – aber auch – ganz viel Spaß auf der Piste. So folgte einer beschaulichen Schneewanderung in der Natur samt Rodelabfahrt am ersten Nachmittag eine ausgiebige Einheit an theoretischen Basics rund um das Skifahren wie die Wartung der Skier, die Vermittlung der Pistenregeln sowie ein Crash-Kurs in Erste Hilfe, sodass die Woche stets unter dem Vorzeichen des ganzheitlichen Lernes stand. Spielte zu Beginn vor allem die kognitive Vermittlung eine zentrale Rolle, so sollten im weiteren Verlauf der Woche weitere mehrperspektivische und vielseitige Erfahrungen gesammelt werden. Neben einem gemeinsamen Spielabend gab es auch einen Vortrag über Lawinenkunde sowie die allseits bekannte und beliebte Hüttenrallye. Nicht zu vergessen eines der weiteren Highlights: Die Abschlussdisko – früh übt sich, wer ein Partyanimal werden möchte!

Aber auch auf der Piste machten die Kinder bemerkenswerte Fortschritte. So waren kontrollierte Abfahrten mit sauberen Kurven und astreinen Bremsmanövern zu beobachten, sodass die Selbstwirksamkeit der Lernenden nicht nur greifbar war, sondern direkt an der Zufriedenheit über die erreichten Fortschritte in den Gesichtern der Schülerinnen und Schüler ablesbar wurde. Und auch wenn der Großteil der Kinder nicht genug haben konnte von schnellen Abfahrten im winterlichen Saalbach, so hieß es dann doch, sich nach einer Woche wieder zu verabschieden vom Zwölferkogel, dem Schattberg und dem Großen Asitz, um sich wieder in heimische Gefilde und gleichzeitig in die Frühjahrsferien aufzumachen und die Erfahrungen einer Woche zu verarbeiten, die es so im Alltag kaum mehr gibt.


