Russlands Bruch mit dem Weltfrieden

 

Sich mit der Problematik des Ukraine Kriegs und dessen Folgen auseinanderzusetzen, lernte die gesamte Q11 durch den Vortrag am 28.06.2022. Hauptmann Dhany Sahm, Jugendoffizier in der Bundeswehr, leitete die Präsentation über dieses komplexe und kontroverse Thema und klärte Fragen, zum Beispiel, wie Russland den Angriff rechtfertigt und wieso die historische Entwicklung eine große Rolle spielt.

„Es hängen Narrative im Raum“, das bedeute, dass Russland sich zur Außenwelt und auch innenpolitisch gezielt in den Medien darstellt. Russland nutzt Propaganda, um die geschehenden Kriegshandlungen zu rechtfertigen. Jeder hat das Wort „Entnazifizierungs-Mission“ im Zusammenhang mit dem Krieg gehört, dies wie viele andere Gründe sind natürlich schlichtweg Übertreibungen und Lügen. Hundertprozentig falsch ist diese Aussage jedoch nicht, da in der Ukraine auch das nationalistisch eingestellte Asowsche Regiment kämpft.  Ein weiteres entlarvtes Narrativ ist, dass es laut russischer Darstellung in der Ukraine einen Genozid an der russischstämmigen Bevölkerung gab, auch dieses lässt sich z.B. durch das Nichtvorhandensein von Massengräbern belegen.

Hier schalteten sich einige der Zuhörer ein und fragten, ob nicht auch Sahm ein Narrativ verwendet, in dem er Russland als Feind und den Westen als die „Guten“ zeigt. Der Vortragende bat, diesen Vorwurf, den Konflikt auf gut und böse zu reduzieren, erst abschließend im Fazit des Vortrags zu beantworten.

Hauptmann Sahm fragte daraufhin die SchülerInnen, wann der Krieg begonnen habe. Diese konnten exakt den 24. Februar als Beginn der gewaltsamen Kriegshandlungen in der Ukraine nennen. Daraufhin korrigierte er das Datum um ganze acht Jahre, denn seit 2014 (Besetzung der Krim-Halbinsel) gibt es immer wieder kriegsähnliche Unruhen in den ukrainischen Gebieten.

Auch die historische Entwicklung beider Länder, die sich immer wieder gegenseitig beeinflussten, spielt eine Rolle bei der Analyse des Kriegs. In der Ukraine gab es schon lange eine Antipathie gegen Russland, die sich beispielsweise im Verbot, russisch zu sprechen, zeigt.

Um den Vortrag abzurunden, wurde zuletzt ein Ausblick auf die Zukunft geworfen. Denn viele fragen sich, wozu Putin fähig ist, welche Folgen der Krieg für die europäischen Länder und Nato-Staaten hat und wie die Wahrscheinlichkeit, eines immer wieder thematisierten Einsatzes von Atombomben zu beurteilen ist. Sahms Fazit, dass es in diesem Krieg nur Verlierer gibt, muss jeder für sich abwägen. Der Vortrag regte viele interessante Diskussionen an, die noch in der Mittagspause für Gesprächsstoff sorgten.

Emmy Wank, Q11

 

Juli 5, 2022