Drei Tage Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt – jeder kennt ihn, (fast) jeder hat eine Meinung, doch kaum jemand versteht ihn. Genau deshalb veranstaltete der Lehrstuhl für Jüdische Geschichte der LMU München zusammen mit der Akademie für politische Bildung in Tutzing das „Studienforum Jüdische Geschichte“. Dieses Jahr war das Thema der jährlich für bayerische Schüler*innen der Jahrgangsstufe 11 stattfindenden Veranstaltung „Gegeneinander, nebeneinander, miteinander? – Israel, Israelis und ihre arabischen Nachbarn“.

In der modernen Akademie direkt am Starnberger See fanden spannende Vorträge internationaler und renommierter Wissenschaftler wie Muhammad Khaskeia, Rayan Haddad vom Cercle de Chercheurs sur le Moyen-Orient, Paris und Julie Grimmeisen vom israelischen Gerneralkonsulat statt. Das Highlight war zweifelsfrei der Vortrag am letzten Tag mit dem Titel „Bringing them together: The United Nations and the Middle East“ von Gilad Ben-Nun, LMU München, der als einer der führenden Wissenschaftler bereits während der gesamten Veranstaltung als Ansprechpartner für besonders schwierige Fragen agierte.

Des Weiteren wurden einige hochinteressante Workshops angeboten. Einer der Workshops beschäftigte sich mit Jüdinnen und Juden in arabischen Ländern, ein weiterer mit Israeliness als mögliche Zukunft der gespaltenen israelischen Gesellschaft. Der Begriff „Israeliness“ bezeichnet das Schaffen eines gemeinsamen Nationalgefühls für Jüdinnen und Juden sowie Araber*innen in Israel, um die enorme Spaltung der Gesellschaft zu bekämpfen.

Neben fesselnden Vorträgen und Workshops konnten auch gewinnbringende Diskussionen mit anderen Teilnehmer*innen geführt werden. Positiv aufgefallen ist bei diesen Diskussionen die hohe Konstruktivität und Faktenbasis, die respekt- und niveauvolle Diskurse ermöglichte. Daneben blieb natürlich auch noch etwas Zeit um in den See zu springen, schließlich verfügt die Akademie über einen eigenen Badesteg.

Durch das Studienforum konnten viele interessante Eindrücke gewonnen werden, die dabei helfen, den Nahostkonflikt und die dort lebenden Menschen besser verstehen zu können. Durch die Komplexität der Spannungen in der Levante (so nennt sich die Region um Libanon, Israel, Syrien und Jordanien) wurden allerdings nicht nur viele Fragen beantwortet, auch taten sich viele neue Fragen auf. Dies ist aber gar kein negativer Aspekt, da dies schließlich vom besseren Verständnis des Konflikts zeugt. Daher kann ich es allen interessierten Schüler*innen nur empfehlen, sich für die Veranstaltung, die auch in den nächsten Jahren wieder stattfinden soll, zu bewerben.

Moritz Jakob

Bild: Akademie für politische Bildung Tutzing

Juni 20, 2022