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Herzog Ernst II am Ernestinum – Sporthalle Eingang

1- Eingang Sporthalle

Text vorlesen lassen:

Der Mond hängt silbern über dem Coburger Friedhof am Glockenberg, als ob er selbst Zeuge einer unerwarteten Erscheinung wäre. Aus dem Schatten des herzoglichen Mausoleums schiebt sich kurz nach sieben Uhr morgens eine Gestalt empor: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha, seit seinem Tod im Jahre 1893 dort begraben, erhebt sich aus dem Grab und streckt die Glieder einer Stille entgegen, die fast heilig wirkt. Die Erde atmet noch leise, doch sein Blick ist wach, neugierig und bestimmt zugleich.

1959/1960 Zeichnung Oberrealschule

Langsam tritt er hervor und geht die wenigen Meter an der Seidmannsdorfer Straße entlang, nicht ohne einen Blick rechts in den Queckbrunnen hinunterzuwerfen, aus dem noch bis 1891 das Wasser für die Klassenräume und Spülung der Toiletten der neu erbauten Schule entnommen werden musste. Der Geist des Wiederauferstandenen benötigt kein Wasser mehr, biegt nach links ab und erklimmt den Glockenberg, vorbei an der im Jahr 1967 errichteten „neuen“ Turnhalle. An ihrer Stelle stand vorher die sogenannte „Hustenburg“, ein baufälliges und durch von der Oberrealschule Wunsiedel gestiftete Öfen beheiztes Nachbargebäude (Bild 2/3) (Seminargebäude), in das die Oberstufenklassen wegen der Raumnot untergebracht waren, bis zum Eingang des Gymnasiums Ernestinum. Er, der für ein paar Stunden wieder ins Leben gerufen wurde, weiß natürlich, dass die von ihm am 19. Juni 1848 ins Leben gerufene sogenannte „Höhere Bildungsschule“ (Realschule) einst in der Steingasse 18, (Bild 4) dem heutigen Ämtergebäude gegenüber der Ehrenburg, beheimatet war und seit dem 28.10,1861 den offiziellen Namen „Herzogliche Realschule Coburg“ trug.

Er hört die Stimme des Direktors

Direktor Dr. Eberhard äußert sich so über die häuslichen Arbeiten der Schüler (aus dem Jahresbericht 1857):
Der eine Vater beklagte sich, dass sein Sohn viel zu wenig zu tun habe, dass ihn die Schule daheim fast unbehelligt lasse, dass dadurch der häusliche Friede gestört und im Knaben Faulheit und ungebührendes Benehmen großgezogen werden.

Der andere Vater ist entrüstet über die Masse nicht zu bewältigender Arbeiten, die sein Kind bis Mitternacht an den Arbeitstisch zum Schaden der Gesundheit und des Familienlebens fesselten.
Ein hochbegabter Vater hob die übertriebene Schwierigkeit aus dem Gebiet der Mathematik hervor und versicherte, dass die Arbeiten durchaus das Verständnis der Väter überstiegen.

Hier die Antwort des Direktors:
„Was die Klage der Überbürdung betrifft, so fehle es den Kindern oft an Ökonomie der Arbeit, die Lösung der häuslichen Arbeiten bis auf den Tag vor dem Ablieferungstermin zu verschieben.“

Weiter geht es mit Station 2: Altbau Eingang außen

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