Text vorlesen lassen:
Der Mond hängt silbern über dem Coburger Friedhof am Glockenberg, als ob er selbst Zeuge einer unerwarteten Erscheinung wäre. Aus dem Schatten des herzoglichen Mausoleums schiebt sich kurz nach sieben Uhr morgens eine Gestalt empor: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha, seit seinem Tod im Jahre 1893 dort begraben, erhebt sich aus dem Grab und streckt die Glieder einer Stille entgegen, die fast heilig wirkt. Die Erde atmet noch leise, doch sein Blick ist wach, neugierig und bestimmt zugleich.
Langsam tritt er hervor und geht die wenigen Meter an der Seidmannsdorfer Straße entlang, nicht ohne einen Blick rechts in den Queckbrunnen hinunterzuwerfen, aus dem noch bis 1891 das Wasser für die Klassenräume und Spülung der Toiletten der neu erbauten Schule entnommen werden musste. Der Geist des Wiederauferstandenen benötigt kein Wasser mehr, biegt nach links ab und erklimmt den Glockenberg, vorbei an der im Jahr 1967 errichteten „neuen“ Turnhalle. An ihrer Stelle stand vorher die sogenannte „Hustenburg“, ein baufälliges und durch von der Oberrealschule Wunsiedel gestiftete Öfen beheiztes Nachbargebäude (Bild 2/3) (Seminargebäude), in das die Oberstufenklassen wegen der Raumnot untergebracht waren, bis zum Eingang des Gymnasiums Ernestinum. Er, der für ein paar Stunden wieder ins Leben gerufen wurde, weiß natürlich, dass die von ihm am 19. Juni 1848 ins Leben gerufene sogenannte „Höhere Bildungsschule“ (Realschule) einst in der Steingasse 18, (Bild 4) dem heutigen Ämtergebäude gegenüber der Ehrenburg, beheimatet war und seit dem 28.10,1861 den offiziellen Namen „Herzogliche Realschule Coburg“ trug.
Alle Informationen zur Neuanmeldung an unserer Schule finden Sie HIER.