sekretariat@ernestinum.coburg.de Untere Realschulstr. 2, 96450 Coburg 09561 / 894400

Physik und Energietechnik direkt vor der Schultür

Am 23. Juli 2026 nutzten Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe unserer Schule die Gelegenheit, die Fernwärmebaustelle am Glockenberg genauer zu erkunden. Im Rahmen der Baustellen-Klima-Rallye erhielten sie Einblicke in den Tiefbau, die Funktionsweise eines Fernwärmenetzes und unterschiedliche Möglichkeiten der Wärmeversorgung.

Die Rallye wurde von Energievision Frankenwald e. V. gemeinsam mit der SÜC Coburg, dem Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Stadt Coburg sowie der an den Bauarbeiten beteiligten Firma Krumpholz organisiert. An insgesamt fünf Stationen sammelten die Schülerinnen und Schüler Informationen und bearbeiteten dazu einen Fragenkatalog.

An der ersten Station führte das Video „Fernwärme – Coburg zuliebe“ in das Thema ein. Anschließend konnten die Jugendlichen an einem interaktiven Modell nachvollziehen, wie ein Fernwärmenetz aufgebaut ist und wie die Wärme zu den angeschlossenen Gebäuden gelangt. Stelltafeln lieferten weitere Informationen zur Fernwärmeversorgung und zu verschiedenen Formen der Wärmeerzeugung.

Besonders interessant war der direkte Einblick in die Tiefbaustelle. Dort wurden unter anderem Wasserleitungen und Wärmeleitungen sichtbar, die später wieder unter der Straße verschwinden. Das Wasser im Fernwärmenetz kann eine Temperatur von etwa 110 °C erreichen. Seine Fließgeschwindigkeit beträgt dabei nur ungefähr einen Kilometer pro Stunde. Im Materiallager konnten außerdem die verwendeten Rohre, Verbindungselemente und weitere Bauteile aus der Nähe betrachtet werden.

Aus physikalischer Sicht bot die Rallye zahlreiche Anknüpfungspunkte: Wärmeübertragung, Temperatur, Strömung, Druck und Energieverluste wurden an einer realen technischen Anlage anschaulich.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine zuverlässige und möglichst klimaverträgliche Wärmeversorgung nicht allein von der Energiequelle abhängt. Auch gut gedämmte Leitungen, geeignete Materialien, umfangreiche Tiefbauarbeiten und langfristige Investitionen in die Infrastruktur sind erforderlich.

Die Baustelle vor den beiden Gymnasien führt im Schulalltag weiterhin zu Einschränkungen. Am 23. Juli wurde sie für die Schülerinnen und Schüler des Ernestinums jedoch zu einem außerschulischen Lernort direkt vor der Schultür.