Eine bemerkenswerte Wettkampfreise liegt hinter der Handball-Schulmannschaft der Jungen des Gymnasium Ernestinum Coburg in der Wettkampfklasse IV. Über mehrere Qualifikationsrunden hinweg spielte sich das Team bis in das Nordbayerische Finale und gehörte damit zu den besten Schulmannschaften Nordbayerns.
Der Weg dorthin begann mit der Stadtmeisterschaft gegen das Gymnasium Albertinum Coburg, in der sich die Ernestiner souverän durchsetzten. Auch im Regionalentscheid gegen das Gymnasium Burgkunstadt wurde die Mannschaft ihrer Favoritenrolle gerecht. Im Bezirksfinale in Forchheim qualifizierten sich die Coburger schließlich für das große Nordbayerische Finale.
Dieses fand in Cham statt. Bereits früh am Morgen machte sich die Mannschaft auf die lange Anreise von Coburg in die Oberpfalz. Unterwegs wurde in Erlangen noch eine weitere qualifizierte Mannschaft aufgenommen, bevor es gemeinsam zum Turnierort ging.
Nervöser Auftakt gegen die Gastgeber
Im ersten Spiel traf das Ernestinum auf den Gastgeber, das Robert-Schuman-Gymnasium Cham. Die Coburger gingen als Favorit in die Partie, taten sich jedoch überraschend schwer. Zwar war das Team sowohl körperlich als auch spielerisch überlegen, doch zahlreiche technische Fehler und mehrere Fehlwürfe verhinderten eine frühzeitige Entscheidung.
So entwickelte sich eine unerwartet enge Begegnung, die erst in den Schlussminuten entschieden wurde. Am Ende stand ein knapper 8:7-Erfolg für das Ernestinum. Großen Anteil am Sieg hatte Torhüter Max Höhn, der mit einer herausragenden Leistung gleich drei Siebenmeter parierte und damit den Erfolg seiner Mannschaft festhielt.
Umkämpftes Duell gegen Erlangen
Im zweiten Spiel wartete mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium Erlangen ein äußerst unangenehmer Gegner. Von Beginn an entwickelte sich ein intensives und hart umkämpftes Spiel. Die Coburger starteten stark: Vor allem der torhungrige Jan Türcke auf der Mittelposition setzte immer wieder Akzente im Angriff, während Sebastian Brehm und Mats Görs mit engagierter Deckungsarbeit für Stabilität in der Abwehr sorgten.
Im weiteren Spielverlauf tat sich das Ernestinum jedoch zunehmend schwer gegen die starke Erlanger Defensive. Ballverluste und unglückliche Abschlüsse führten zu schnellen Gegenstößen der Gegner. Zudem machten sich die begrenzten Wechselmöglichkeiten bemerkbar: Zwei Spieler fehlten krankheitsbedingt, sodass den Coburgern im Verlauf der Partie sichtbar die Kräfte schwanden. Am Ende mussten sie sich trotz großem Einsatz knapp mit 16:18 geschlagen geben.
Schwierige Ausgangslage vor dem letzten Spiel
Nach zwei Spielen ergab sich eine komplizierte Tabellensituation: Drei Mannschaften lagen punktgleich. Für das Ernestinum bedeutete dies, dass im abschließenden Spiel gegen den Turnierfavoriten unbedingt ein Sieg nötig war – und selbst dann hätte auch das Torverhältnis eine entscheidende Rolle gespielt.
Starker Gegner aus Aschaffenburg
Im letzten Spiel trafen die Coburger auf das Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg, das zuvor bereits Erlangen besiegt hatte. Die Unterfranken präsentierten sich als erwartet starker Gegner: körperlich robust, technisch versiert und mit einem schnellen Umschaltspiel.
Die Ernestiner hielten zunächst dagegen, doch im Verlauf der Partie machte sich bemerkbar, dass die Mannschaft nicht mehr mit der gleichen Überzeugung agierte. Der Glaube an den notwendigen Sieg fehlte zunehmend – und das spiegelte sich auch im Spiel wider. Aschaffenburg nutzte dies konsequent aus und setzte sich schließlich durch.
Wertvolle Erfahrung auf höchstem Niveau
Auch wenn es am Ende nicht für den Einzug in die nächste Runde reichte, kann die Mannschaft des Ernestinums auf einen starken Wettbewerb zurückblicken. Der Weg bis ins Nordbayerische Finale ist bereits ein großer sportlicher Erfolg und zeigt das hohe Niveau des Teams.
Die Spieler sammelten wertvolle Erfahrungen gegen einige der besten Schulmannschaften Nordbayerns – Erfahrungen, die sicher Motivation für kommende Turniere sein werden. Einsatzbereitschaft, Teamgeist und spielerisches Potenzial haben die jungen Ernestiner jedenfalls eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

