Praxiseinblick für unsere Mathe-Asse

Mathematiker der Nürnberger Versicherung gaben mathematik- und informatik-begabten Schülerinnen und Schülern des Ernestinums einen Einblick in die Versicherungsmathematik und ihren Arbeitsalltag.

Seit 2007 fördert die Nürnberger Versicherung den Landeswettbewerb Mathematik in Bayern. Und seither zählt das Gymnasium Ernestinum Coburg zu dessen Spitzenplatzierten. „Die Gespräche am Rande der jährlichen Preisverleihungen wurden immer intensiver. Dies hat mich darin bestärkt, zu Beginn des Schuljahres anzufragen, ob es möglich wäre, eine Kooperation einzugehen, die für beide Seiten einen Mehrwert bietet“, skizzierte Schulleiter Dr. Bernd Jakob die Entwicklung. Seine Anfrage traf beim Nürnberger Vorstandsmitglied Walter Bockshecker auf offene Ohren: „Wir wissen, dass unter Federführung von Frau Rauch-Weise die Begabtenförderung am Gymnasium Ernestinum mit Weitblick betrieben wird und stellen den Schülerinnen und Schülern gerne einen für sie interessanten Berufszweig vor. Diese jungen Menschen haben ihr analytisches Talent und Durchhaltevermögen bereits unter Wettbewerbsbedingungen bewiesen. Sie prägen Hard und Soft Skills aus, die sie in wenigen Jahren zu interessanten Bewerberinnen und Bewerber für uns machen.“

Um die aktuell zwanzigköpfige Gruppe von Siebt- bis Zehntklässlern altersstufengerecht in die Versicherungsmathematik einführen zu können, sprachen sich die Aktuare der Nürnberger Versicherung intensiv mit den betreuenden Lehrkräften ab. Die Veranstaltung selbst wurde coronabedingt in hybrider Form durchgeführt, das heißt die Mathematiker wurden online in einen Projektraum des Gymnasiums zugeschaltet. Nach einer Begrüßungsrunde und der offiziellen Bekanntgabe, im Landeswettbewerb Mathematik erneut einen hervorragenden 2. Platz erreicht zu haben, wurde das Wort an die Nürnberger übergeben. Kernelement des Workshops war ein Vortrag, der sich der Wahrscheinlichkeitsrechnung widmete und am Beispiel einer Handyversicherung unter anderem das der Assekuranz zugrundeliegende Solidarprinzip, also den Risikoausgleich im Kollektiv, erläuterte. Zur Verdeutlichung hatten die Mathematiker der Nürnberger Versicherung eigens ein vereinfachtes Modell in der Programmiersprache Python erstellt.

Im Praxisteil konnten die Schülerinnen und Schüler an ihren Tablets einzelne Parameter des Codes ändern, etwa erwartete Anzahl der Verträge, Schadenhäufigkeit und Höhe des Startkapitals, und basierend auf den Ergebnissen ein Gefühl für Versicherungsmathematik erlangen. Ein Aufgabenblatt sicherte ein strukturiertes Vorgehen und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Fragestellungen. „Mein Team und ich waren positiv überrascht, wie intensiv die Schülerinnen und Schüler mit uns interagiert haben. Im Praxisteil haben sie in kurzer Zeit zentrale Grundprinzipien erkannt und logisch erläutert“, freute sich Aktuarin Daniela Giesinger. Das Echo der Schülerinnen und Schüler fiel nach drei abwechslungsreichen Stunden, in denen die Mathematiker auch Fragen zu ihrem Werdegang und Berufsalltag beantworteten, ebenfalls sehr gut aus. Alle freuten sich, einen Einblick in ein ganz neues, spannendes Themengebiet erhalten zu haben.
In den nächsten Tagen werden sie in kleinen Teams eine von den Versicherungsmathematikern gestellte Challenge bearbeiten und ihre Lösungsansätze grafisch aufbereiten. Die besten Ansätze werden zu Beginn des neuen Schuljahres bei einem Treffen im Business Tower Nürnberg, dem Firmensitz der Nürnberger Versicherung, prämiert.

Juli 13, 2021