7. Jahrgangsstufe lässt Raketen steigen

Ihre Problemlösefähigkeit testen konnten die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe des Ernestinums während der vergangenen Woche. In einem Projekt, das die Schule in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Technische Physik der Hochschule Coburg und dem Kreisjugendring durchführte, hatte jede Klasse einen Vormittag lang Zeit, um die ihr gestellte Aufgabe zu lösen. Ziel war es, eine Kunststoffflasche zum Fliegen zu bringen und möglichst lange in der Luft zu halten. „Als Antrieb für den Start der Flaschenrakete habt ihr nur Wasser und Luft zur Verfügung“, so Martin Holzhaus von der Hochschule, der den Schülern die Aufgabenstellung erläuterte. Verblüfft waren die Schüler als sie in der Materialkiste neben Kunststoffflaschen, Schnüren, Klebeband und Mülltüten auch eine Mausefalle fanden. Erst im Laufe des Vormittags wurde ihnen klar, dass die Mausefalle und auch andere Sachen, die sie zur Verfügung hatten, für die Lösung ihrer Aufgabe gar nicht erforderlich waren. „Im Physikunterricht bekommt ihr meistens genau die Materialien, die ihr braucht; bei realen Problemen müsst ihr selbst eine Auswahl treffen“, erklärte Physiklehrer Dr. Sänger. Schnell waren sich die Schüler einig, dass eine Rakete eine Spitze und „so komische Flügel“ braucht. Dass man die „komischen Flügel“ Finnen nennt, wozu sie dienen und wie man sie am Modell befestigen konnte, erarbeiteten die Siebtklässler zusammen mit Josefine Schlemmer, ebenfalls von der Hochschule Coburg. So starteten bald die ersten Flugversuche auf der Wiese vor der CoJe. Die Raketen wurden dazu teilweise mit Wasser gefüllt und auf einer vorgefertigten „Abschussrampe“ montiert. Mit einer Luftpumpe wurde Druck im Inneren der Rakete aufgebaut und schließlich die Haltevorrichtung entsichert, damit die Rakete abheben konnte. Die Spannung vor dem Abschuss wich schnell der Begeisterung oder der Enttäuschung, je nach Flugverhalten der Rakete. In jedem Fall gingen die Schüler aber sofort dazu über, ihre Raketen zu verbessern und weiterzuentwickeln. Zur Verlängerung der Flugdauer wurde ein Fallschirm angebracht werden, der einerseits den Start nicht störte, andererseits aber sicher und schnell auslöste, damit die Rakete langsam zurück auf den Boden gleiten konnte. Die unterschiedlichsten Ideen wurden ausprobiert, immer wieder war Oliver Völker vom Kreisjugendring beim Abschießen der Rakete dabei und gab Tipps zur Verbesserung. Nach dem ersten Flug, bei dem sich ein Fallschirm nach einigen Fehlversuchen geöffnet hatte, entbrannte regelrechter Jubel und einzelne Schüler lagen sich in den Armen. So ging der Vormittag für alle Beteiligten schnell vorbei. Für die Folgeaufgabe, ein rohes Ei mit der Rakete so zu transportieren, dass dieses nach der Landung unbeschädigt ist, blieb leider nur noch wenig Zeit, aber einige Schüler äußerten den Wusch, dies bei Gelegenheit nachzuholen.

Juli 13, 2018