Projektwoche am Ernestinum

Jedes Jahr am Schuljahresende können die Schülerinnen und die Schüler des Ernestinums Unterricht einmal ganz anders erleben. Während die fünften Klassen auf Abenteuertour im Schullandheim sind und die zehnten Klassen Berlin unsicher machen, können die verbliebenen Ernestiner bei verschiedenen Projekten ihren Horizont erweitern. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Stärken weit über den Lehrplan hinaus entdecken und auch einmal über den schulischen Tellerrand hinausblicken. Uns haben dabei viele externe Partner unterstützt. So wurde mit der Hochschule Coburg eine Wasserrakete gebaut und daran einige physikalischen Grundgesetze hautnah erlebt. Am Afrikatag erforschten die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe den unbekannten Kontinent in Workshops zu verschiedensten Aspekten des afrikanischen Lebens. Dabei wurde das Ernestinum von Referenten der Uni Bayreuth unterstützt. So gab Musa Ibrahim Einblick in das städtische und ländliche Leben in Nigeria in seinem Vortag „Rural and Urban Life in Nigeria“. Zudem wurde sich auch mit der ehemaligen Kolonialzeit am Beispiel Togo beschäftigt, Informationen über die Besonderheiten der Insel Madagaskar gegeben, die Probleme der medizinischen Versorgung und Infrastruktur besprochen und einiges über „Tanz in Afrika“ gelernt. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen konnten im Projekt „Anders leben“ in andere Welten eintauchen und lernten dabei, dass sich Leben und Wünsche gar nicht so stark von dem unseren unterscheiden. So besuchten Sie Flüchtlinge, die ihre Lebens- und Fluchtgeschichte erzählten, und lernten den Alltag in einer Schule für Behinderte und in einem Altenheim kennen. Für die siebten und achten Klassen führte die Neue Werkbühne München das Theaterstück „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf auf. Neben den unterschiedlichen Facetten der schauspielerischen Darstellung konnten die Schüler im Anschluss mit dem Regisseur diskutieren und so wertvolle Einblicke über die Entstehung eines Theaterstückes erhalten. Das Theater Chapeau Claque stellte für die Schüler sehr anschaulich und interaktiv dar, was Sucht und Alkohol bedeuten können. Der 200. Geburtstag des Namensgebers des Ernestinums war Anlass für ein Kunstprojekt. Ergebnis dieses Workshops sind Sitzwürfel für die Schule. Die Schüler des ersten Lernjahres Latein setzten sich in einem Projekt mit dem Leben im alten Rom auseinander und erarbeiteten ein römisches Festmahl. Neben den sozialen und künstlerischen Projekten konnten sich die Schüler auch in den Naturwissenschaften vielfältig ausprobieren. Dabei wurde der Bereich der Informatik mit Geschicklichkeit kombiniert. Mit dem Einplatinencomputer Calliope konnten die Schüler einen „heißen Draht“ bauen, programmieren und anschließend ihre motorischen Fähigkeiten spielerisch testen konnten. Um die erworbenen Kenntnisse der Elektrizitätslehre erfahrbar zu machen, löteten die Achtklässler ein LED-Männchen, bei dem bei erfolgreichem Anschluss einer Spannungsquelle nicht nur den Schülern ein Licht aufging. Im Projekt „Naturwissenschaft“ der siebten Jahrgangsstufe bekamen die Schüler einen ersten Einblick in das Fach Chemie. Die sechste Jahrgangsstufe vertiefte ihr bereits erworbenen Wissen zu Wirbeltieren und den Evolutionsgeschehen dieser Welt bei Exkursionen ins Naturkundemuseum. Bei dem Projekt Mathematik und Geschichte auf der Veste konnten die Schüler das Coburger Wahrzeichen einmal auf eine ganz andere Weise erleben. So sollten sie die verschiedensten geometrischen Formen, die am Bauwerk zu finden sind, entdecken und vermessen. Fächerübergreifend wurde dazu der geschichtliche Hintergrund noch weiter erläutert. Aber auch die nächstjährigen Abiturienten kamen in der Projektewoche nicht zu kurz. An verschiedensten Stationen, die im Hofgarten von Schülern aufgebaut wurden, konnten sie lernen, wie sie Prüfungsangst vermeiden, Lernstoff sinnvoll strukturieren und sich selbst motivieren können. Eine Fülle weiterer Angebote rundeten die Projektwoche ab.

Juli 10, 2018